27.03.2018

von B° RB

Unterwegs in Schalkau

Veranstaltungsreihe "Blick hinter die Kulissen" ermöglichte 15 Teilnehmern einen Einblick in die Geschichte Schalkaus und die Angebote rund um die Ruine Schaumburg

Kreuzgewölbe, Domäne Schaumburg

Am vergangenen Donnerstag haben sich mehr als ein Dutzend Teilnehmer der Veranstaltungsreihe „Blick hinter die Kulissen“ auf die Spuren des Schaumberger Adelsgeschlechts und der Geschichte Schalkaus begeben. Das Regionalmanagement Coburger Land stellt mit der Aktionsreihe Bürgern und vor allem Gastgebern besondere Orte in der Region vor.

Regionales Heimatmuseum Schalkau

Zu Beginn der Veranstaltung führte Reinhard Zehner, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Schalkau, durch das regionale Heimatmuseum, das sich im ehemaligen Amtshaus der Stadt befindet. Das Museum hat keine festen Öffnungszeiten, kann aber über Voranmeldung über die Stadtverwaltung besichtigt werden.

Die Ausstellungsräume sind verschiedenen Themen gewidmet: Von der Geschichte Schalkaus mit zahlreichen Erinnerungsstücken über die Tradition Schalkauer Vereine oder der früheren Spielwarenindustrie bis zu neuesten Grabungsergebnissen auf der Ruine Schaumburg erhält man einen umfassenden Überblick über die Vergangenheit der Region. Der Name und die Entstehung der Stadt Schalkau stehen übrigens in unmittelbarem Bezug zur Schaumburg: „Schalken“ hießen früher die Dienst- und Gefolgsleute der Ritter, die sich am Fuße der Burg ansiedelten und damit die ersten Bewohner Schalkaus waren. 

Der Schaumburgweg

Begleitet von Naturführer Ralf Kirchner ging es für die Teilnehmer im Anschluss über den Schaumburgweg zur Ruine Schaumburg, dem Wahrzeichen Schalkaus. Vorbei am Ida-Platz, einem Geschenk von Herzog Georg I von Sachsen-Meiningen an die Stadt anlässlich der Geburt seiner Tochter Ida, führt der Weg durch ein Waldstück rund um den Schaumberg. Während der Wanderung erfuhren die Teilnehmer Interessantes zu Natur, Geschichte und Erzählungen des Schalkauer Volksmund, so zum Beispiel von der Legende von der „Zigeunereiche“: 

Die Sage erzählt, dass vor vielen Jahren eine Gruppe Sinti und Roma ihre Lagerplätze an Stelle der Eiche, weit außerhalb der Ortschaft, hatten. Ein Schalkauer verliebte sich in eine Frau der Gruppe, die jedoch einem anderen ihres Volkes versprochen war. Aus Eifersucht erstach dieser sein Mädchen und seinen Rivalen und wurde anschließen während eines Gewitters vom Blitz getroffen. Nach alter Tradition wurde das Sinti und Roma-Paar an Ort und Stelle bestattet und auf deren Grab eine Eiche gepflanzt - nach heutigem Volksmund die „Zigeunereiche“.

Ruine Schaumburg

Nach rund einer Stunde war das Wanderziel – die Ruine Schaumburg – erreicht. Von der im 30-jährigen Krieg zerstörten Burg sind nur noch einige wenige Reste der Außenmauern, zwei Turmreste und das Wirtschaftsgebäude der Vorburg, in dem sich heute die Domäne Schaumburg befindet, erhalten. Die begehbaren Reste der Aussichtsplattform bildeten das Kellergewölbe der Burganlage, die Anfang des 16. Jahrhunderts unter Wilwolt von Schaumberg als moderne Veste ihre Glanzzeiten hatte. 

Trotz neuer Erkenntnisse über Geschichte und Architektur der Burg gibt es noch kein exaktes Modell des ehemaligen Erscheinungsbildes. Seit 1990 werden daher Grabungs- und Sanierungsarbeiten der Burg vorangetrieben, vor allem initiiert durch den Schaumburg Verein Schalkau. Die Ruine ist jedoch auch heute schon eine romantische Kulisse von der man sich mit etwas Fantasie ins Mittelalter entführen lassen kann. Die Szenerie bietet damit optimale Vorrausetzung für Veranstaltungen wie das jährlich im Juni stattfindende Schaumburg-Fest. Das Fest ist eine Veranstaltung des Schaumburg Verein Schalkau e.V. und bietet ein Mittelalter Spektakel mit Musik, Gesang, Markttreiben und Ritterspielen.

Domäne Schaumburg

Als letzte Station der Veranstaltung stand die Domäne Schaumburg auf dem Programm. Nach einem Imbiss in der Brunnenhausstube, gab Dr. Margit Petter einen Einblick in die Angebote und Räumlichkeiten der Domäne. Neben ihrem Hauptberuf als Tierärztin ist sie Gastgeberin und Wirtin aus Leidenschaft: Im Jahr 2000 übernahm sie das Gelände und investiert seitdem viel Energie und Liebe in die Verschönerung des ehemaligen Ritter- und Kammerguts. Heute befinden sich auf dem Gelände Gästezimmer und Ferienwohnungen, für insgesamt rund 30 Personen, ein Außenbereich mit neu angelegtem Spielplatz samt Hexenhaus für Kinder, einer Grillhütte für Übernachtungsgäste mit Kräutergarten und Frühstücksterrasse. 

Im Kreuzgewölbe, das ehemals von der Jungrinderanbindehaltung bis zum Anbau von Chicoree hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt wurde, wird eine Gastronomie betrieben. Diese ist am Wochenende und nach Absprache für Veranstaltungen auch an weiteren Tagen geöffnet. Die nächste eigene Veranstaltung ist das Frühlingshoffest, das unter dem Motto „Gutes von hier“ mit Anbietern aus der Region stattfindet.

Zur Veranstaltungsreihe „Blick hinter die Kulissen“:

In Abstimmung mit den Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten der Region organisieren das Regionalmanagement und LEADER-Region Coburger Land in loser Folge die Aktion „Blick hinter die Kulissen“.

Ziel dieser Veranstaltungsreihe mit dem Motto „grenzenlos fränkisch“ ist es, Einheimischen, Interessierten und vor allem auch touristischen Leistungsträgern Angebote aus Kultur und Freizeit in der Region nahezubringen und somit das Heimatbewusstsein zu stärken. Bei der Ansprache touristischer Leistungsträger kooperiert das Regionalmanagement dabei mit dem Verein Tourismusregion Coburg.Rennsteig

Weitere Veranstaltungen sind bereits in Planung.

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