30.06.2017

von B° RB

Demokratie wagen – Demokratie schützen

Drei Ausstellungen unter einem Dach vom 3. bis 28. Juli 
in der kultur.werk.stadt Neustadt bei Coburg

Demokratie wagen – Demokratie schützen

Von Montag, 3. Juli, bis Freitag, 28.Juli, sind in der neueröffneten kultur.werk.stadt in Neustadt bei Coburg gleich drei verschieden Wanderausstellungen zu sehen. Unter dem Motto „Demokratie wagen – Demokratie schützen!“ lädt das Regionalmanagement Coburger Land zusammen mit der Volkshochschule Coburg Stadt und Land und der Kulturabteilung der Stadt Neustadt zu einem besonderen Blick auf unsere Deutsch-Deutsche Geschichte ein.

Regionalmanager Stefan Hinterleitner treibt die aktuelle Weltpolitik zur Beschäftigung mit unserer jüngeren Geschichte vor Ort an: „Bei Gesprächen am Stammtisch und beim Blick auf zumeist sinkende Wahlbeteiligungen wird immer davon gesprochen, dass wählen gehen doch angeblich nichts bringt und der normale Bürger in einer Demokratie doch nichts mehr zählt. Die Menschen in der DDR wären froh gewesen, wenn sie ihre Meinung offen hätten sagen dürfen, wenn sie frei hätten wählen und ungehindert hätten reisen dürfen.“ Mit Verweis auf die Türkei, Korea und auch auf die USA macht der Regionalmanager deutlich, wie schnell es mit dem Segen von Versammlungsfreiheit, Medienfreiheit und Gewaltentrennung vorbei sein kann: „Quasi im Handschlag wurden dort über Nacht vor den Augen der Weltöffentlichkeit Bürgerrechte eingeschränkt und die Demokratie ausgehöhlt.“ Deshalb will das Regionalmanagement mit diesen Ausstellungen den Wert von Demokratie und Freiheit für unsere Gesellschaft und alle Menschen herausstellen, „damit wir gemeinsam unseren Beitrag leisten, unsere Demokratie zu schützen und lebendig zu halten!“

Zu sehen sind in der Kultur.Werk.Stadt einerseits zwei Ausstellungen des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. Die interaktive Präsentation „Rotstift – Medienmacht, Zensur und Öffentlichkeit in der DDR“ stellt die Mediengeschichte der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) von 1945 bis 1990 vor: Gleichschaltung von Medien, Einschränkung der freien Meinungsäußerung, Staatspropaganda – all‘ das wird hier thematisiert.

Charakteristische Einzelschicksale von Bürgern der ehemaligen DDR werden im Rahmen der Ausstellung „Exit! – Reise ohne Rückkehr?“ aufgezeigt. Mittelpunkt dieser Ausstellung sind ganz persönliche Beweggründe sowie Hoffnungen und Ziele der porträtierten Frauen und Männer. Was sie alle in ihrer Unterschiedlichkeit vereint, ist der Wunsch, das Land zu verlassen und dem totalitären Regime zu entkommen. Thematisiert werden sowohl formal eingereichte Ausreiseanträge als auch diverse Fluchtversuche.

Eine dritte Ausstellung wurde konzipiert von der Bundesstiftung Aufarbeitung. „Kommunismus in seinem Zeitalter“ beschreibt illustrativ und gestützt von zahlreichen Originalfotografien sowie Dokumenten den Aufstieg und Niedergang der kommunistischen Bewegung in Deutschland und auch weltweit. Der Betrachter lernt dabei das menschenunwürdige Gedankengut von Kommunismus, Sozialismus, Leninismus und Stalinismus kennen und einzuordnen.

In der Zusammenschau ein überaus spannender Blick auf unsere jüngere deutsch-deutsche Geschichte, direkt vor der Haustüre. „Aber nicht nur ein Blick zurück. Auch ein mahnender Ruf in die Zukunft, für Freiheit und Demokratie aktiv einzutreten“, wie Regionalmanager Stefan Hinterleitner betont.

Die Ausstellungen unter dem Motto „Demokratie wagen – Demokratie schützen!“ werden präsentiert in der kultur.werk.stadt Neustadt, Bahnhofstraße 22 und zwar montags, mittwochs und donnerstags zwischen 8 und 16 Uhr, dienstags zwischen 8 und 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 13 Uhr. Bei Fragen oder Interesse an begleiteten Ausstellungsbesuchen bspw. für Schulklassen und Gruppen steht im Regionalmanagement Coburger Land Ramona Stegner unter Telefon 09561 / 514-416 oder eMail ramona.stegner@region-coburg.de zur Verfügung. Auch Gespräche mit Zeitzeugen und Diskussionen mit Journalisten zur Bedeutung der Meinungsfreiheit sind nach Vorabsprache möglich.

Vor dem Hintergrund seiner eigenen Erfahrungen als Bürger und aktiver Sportler in der DDR und späterer Kommunalpolitiker wird der Sonneberger Landrat a.D. Reiner Sesselmann zusammen mit dem
3. Bürgermeister der Stadt Neustadt bei Coburg, Martin Stingl und Landrat Michael Busch, am Dienstag, 11. Juli, um 18:30 Uhr vor Ort in die Ausstellung einführen. Auch hierzu sind interessierte Bürger herzlich eingeladen!

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